Rückblick 2025, Ausblick 2026 und Würdigung Ehrenamtlicher

Monheim am Rhein. Ansprachen, Ehrungen, Vereinspräsentationen und Werbung für Olympia prägten den Neujahrsempfang des StadtSportVerband  Monheim (SSV M) 2026, begleitet von einem Bläserquintett der Musikschule Monheim unter Führung von Thomas Sieger. René Waldeck, Vorsitzender des SSV M, konnte am 23. Januar im gut gefüllten Baumberger Bürgerhaus Vertreter aus Mitgliedsvereinen, der Stadtverwaltung, der lokalen wie regionalen Politik und aus Sportverbänden begrüßen. In seiner einleitenden Rede würdigte er den Sport als Mittel für physische und mentale Stärkung, und die Vereine als Begegnungsort und „Integrationsmotor“, die es nachhaltig zu stärken gäbe. Wie auch andere Vortragende hob er die Bedeutung von ehrenamtlich Tätigen hervor; sie seien die tragende Säule des Vereinssports, ohne die kein Verein existieren könne. Von den Veranstaltungen des SSV M in 2025 stellte er den neu eingerichteten Stammtisch heraus, der guten Anklang fand und die Kommunikationen des Vorstands mit und unter seinen 28 Mitgliedsvereinen ebenso verbessern soll wie mit der Stadtverwaltung, denn auch die Bürgermeisterin war an einer der beiden Veranstaltungen zugegen.
Bürgermeisterin Sonja Wienecke würdigte rückschauend das gemeinsam Erreichte, sowohl die Sportstätten wie den Mitgliederzuwachs, der rund 1.000 neue Mitglieder in den „nach-Corona“- Jahren betrug. Von den Sportanlagen konnten in 2025 die Achtfach-Sporthalle an Berliner Ring, die neuen Sporthallen der Peter-Ustinov-Gesamtschule an der Falkenstraße und der Grundschule an der Bregenzer Straße im Baumberg in Betrieb genommen sowie Tennisanlage und Fußballplätze Am Kielsgraben von der Stadt an die entsprechenden Vereine übergeben werden. In 2026 stünden die Steganlage am Rhein für Ruder- und Kanu-Sportler und die Wieder-Eröffnung des Mona Mare-Schwimmbads an, Letztere nunmehr zur Jahresmitte. Ein Meilenstein sei die Abstimmung der Monheimer Bürger am 19. April über die Beteiligung Monheims an den Olympischen und Para-Olympischen Spiele 2036 / 2040 / 2044, den Skatesport betreffend. Die Errichtung einer neuen Anlage Am Kielsgraben sei von einem positiven Ergebnis abhängig, so Wienecke.
Michael Weigerding, Geschäftsführer des KreisSportBund (KSB)  Mettmann, berichtete einen Aufwärtstrend der Mitgliederzahlen seit Corona auch auf Kreisebene, die nun mehr als 120.000 betrügen. In Monheim seien 48% der Aktiven unter 18 Jahre alt und damit ein gutes Potential für die Olympischen Spiele, denn jetzt Zehnjährige könnten in 2036 an den Start gehen. Grundlage dafür seien die Vereine, die vom Land über den KSB speziell für diesen Zweck finanziell gefördert würden, sowohl Sportler wie Übungsleiter.
Claudia Schlottmann, für den Wahlkreis Hilden / Langenfeld / Monheim im Düsseldorfer Landtag, kündigte eine Milliarde Förderung aus Landesmitteln für die Olympia-Bewerbung Rhein-Ruhr an, wovon 200 Millionen den Sportvereinen zu Gute kommen sollen, für die Modernisierung ihrer Sportanlagen, ähnlich dem „Moderne Sportstätten 2022“-Programm vor Jahren. Andere Förderbereiche seien Schwimmen und Aus- und Fortbildung, denn gerade Übungsleiter seien gefragt.
Die stellvertretende Landrätin Elke Thiele vom Landratsamt Mettmann lobte die sportlichen Leistungen im Kreis Mettmann, was sie optimistisch in die Zukunft blicken ließ. Betonte aber auch die Wichtigkeit des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch und warb für das entsprechende Qualitätssiegel präventiver Art.
Zwei Vereine fanden guten Anklang für ihre Präsentation: Jennifer Schröder, 2. Vorsitzende des Wassersportvereins (WSV), stellte die Aktivitäten des WSV auf dem Greisbachsee vor, der „mehr sei als ein Baggerloch“. Sportlich gehe es hier um das Stand-Up-Paddling, wo auch Kinder und Jugendliche und selbst Behinderte zum Praktizieren eingeladen seien. Vorteilhaft sei die leichte Erreichbarkeit des Sees. Verlockend auch, dass hier Kindergeburtstage gefeiert werden können. Frau Schröder brachte mit ihrem Vortrag die Wichtigkeit der Sportstätte am Greisbachsee, mit zugehörigem gepachteten Keller der Greisbachville und einer Garage, zum Ausdruck.
In Verbindung mit der Olympia-Bewerbung warb der Verein Rollkultur Monheim für seine weniger bekannte Sportart, die für Arne Trapp und Nils Wadenpohl eine „Herzensangelegenheit“ sei und so auch übermittelt wurde. Der 2019 gegründete Verein ist im Rheinbogenpark an der Kapellenstraße zu Hause, mit der dortigen Skateranlage aber nicht zufrieden und wünscht sich eine turnierreife Anlage, die dieser Sportart mehr gerecht wird – egal, ob Olympia-tauglich oder nicht.
Viel Aufmerksamkeit zog der Landessportbund NRW mit der Werbung für Olympia auf sich; vertreten mit einem Informationsstand und reichlich Info-Material, vor allem aber durch einen Fachvortrag, gehalten vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Niessen. In lebendiger und anschaulicher Art präsentierte er die Rhein-Ruhr-Bewerbung, die in Konkurrenz zu Berlin, München und Hamburg steht. Die Spiele in NRW würden sich durch ihre verkehrstechnische Kompaktheit (alle Sportstätten innerhalb 40 Kilometer erreichbar) und ihre Nachhaltigkeit auszeichnen: Die benötigten Sportstätten seien bereits weitgehend vorhanden, lediglich das olympische Dorf mit Leichtathletik-Stadion sei im Norden Kölns noch zu bauen, das jedoch in Modulbauweise, damit später daraus ein neuer Stadtteil mit Parkanlage entstehen könne. Ebenfalls temporär könnten vorhandene Messehallen der Region für die Spiele genutzt werden. Niessen warb für eine befürwortende Abstimmung der Monheimer, was die Errichtung einer neuen Skateranlage Am Kielsgraben im Falle des Zuschlags der Olympischen Spiele bedeuten würde. Stadt, Region und Land würden davon profitieren, meint Niessen.
In Dankbarkeit für ehrenamtlichen Einsatz wurden auf dem Empfang zwei Mitglieder mit dem Ehrenpreis des SSV M ausgezeichnet:
Marcel Schneider habe die Tischtennisabteilung des Baumberger Turn- und Sportclubs 1897 (BTSC) mit neuem Leben erfüllt, so der Laudatio-haltende BTSC-Vorsitzende Helmut Wilk. Als Übungsleiter und stellvertretender Abteilungsleiter sei der Geehrte stets ansprechbar für Kinder, Jugendliche und andere gewesen, und die steigenden Mitgliederzahlen dieser Abteilung seien hauptsächlich seinem Engagement  zu verdanken. Aufgrund seiner sehr erfolgreichen Aufbauarbeit hätten mehrere neue Jugendmannschaften gebildet werden können, von denen eine mittlerweile in der Bezirksoberliga spiele, der zweithöchsten Spielklasse in NRW.
Die Ehrung von Franz Woltering, Schatzmeister des Schachclubs Monheim/Baumberg 1958, zeige, dass auch finanz-orientierte Tätigkeit Anerkennung fände, die sich häufig im Hintergrund abspiele, aber für Vereine lebenswichtig sei, so Laudator Daniel Schalow, Vereinsvorsitzender. Woltering, auch leidenschaftlicher Schachspieler, berührte die Auszeichnung sehr und versprach, nunmehr im beruflichen Ruhestand, sich umso mehr um die Mitglieder als „seine Schätze“ zu kümmern. Dafür werden Kinder und Jugendliche, die zwei Drittel der Clubmitglieder ausmachen, dankbar sein.
Nach einem langen, aber interessanten und kurzweiligen offiziellen Teil konnten sich die fast 90 Anwesenden an einem reich gedeckten Buffet stärken und nutzten die Gelegenheit zu Plausch und  intensiven Gedankenaustausch in geselligem Rahmen.
gez. Dietmar Dehne

1.) geehrter Franz Woltering, mit Frau Maria; er mit Stelen-Pokal, sie mit Blumenstrauß
2.) Ehrung Marcel Schneider: M. Scheider (r), mit Stelen-Pokal; Mitte Frau Mareike Feyerabend, mit Blumen; links Rüdiger Finke, Stelen-Überreicher